DOLPHINSWIM Institut & Reisebüro

Die Alpha-Therapie: Evaluation eines ganzheitlichen Delphintherapie-Konzepts

Diplomarbeit an der Universität Wien

Autor: Mag. Norbert Trompisch

Wissenschaftliche Betreuung: Univ.-Prof. Dr. Thomas Slunecko

Im Jahr 2005 widmete sich Norbert Trompisch unter Supervsion von Prof. Dr. Slunecko der Evaluierung der Alpha-Therapie. Zum Einsatz kamen die Erfahrungsdaten aus Therapieberichten und Elternfeedbackbögen, die seit dem Jahr 2001 erfasst und archiviert wurden. Das Format in dem die Daten vorlagen, legte die Anwendung eines geeigneten Textinterpretationsverfahrens nahe, die Entscheidung fiel dann zugunsten der Inhaltsanalyse nach Mayring, da dieses Verfahren die Vorteile der qualitativen und quantitativen Forschungslogik zu vereinen verspricht. Die Mayringsche Methode erlaubt die Übersetzung von Daten in Textform in Häufungen in einem aus dem Datenmaterial generierten Kategoriensystem. Diese sind mit anderen standardisierten Daten verrechenbar und interpretierbar. In unserem Fall lagen standardisierte Daten aus 5- stufigen Items aus dem quantitativen Teil des Elternfeedback-Bogens vor, die wir mit dem Output der Mayringschen Analyse gemeinsam interpretieren konnten.

Forschungsfrage

Die Forschungsfrage lautete: In welchen Persönlichkeits-, Verhaltens- und Kompetenzbereichen werden positive Veränderungen durch die Alpha-Therapie beschrieben?

Ausgangsmaterial der Untersuchung

Die Gesamtstichprobe setzt sich aus 55 untersuchten Fällen zusammen, die Teilnehmer waren im Alter zwischen 2 und 38 Jahren. Als Untersuchungsmaterial dienten die Abschlussberichte der behandelnden TherapeutInnen und ein spezieller Elternfragebogen, den die Eltern drei Monate nach Beendigung der Therapie auszufüllen hatten. Dieser Fragebogen bestand aus einem qualitativen und einem quantitativen Teil. Im qualitativen Teil wurden die Eltern aufgefordert zu etwaigen Veränderungen durch die Alpha-Therapie Stellung zu nehmen. Der quantitative Teil des Fragebogens bestand aus 13 Items, die mit statistischen Methoden ausgewertet wurden.

Ergebnisse

Die Ergebnisse dieser Untersuchung legen die generelle Wirksamkeit der untersuchten Therapieform dar und zeigen in Form eines Veränderungsprofils, in welchen Kategorien sich Fortschritte in der untersuchten Population ereignet haben. Der überwiegende Teil der Eltern der therapierten Personen gab an, mit der Therapie außerordentlich (57,9%) oder ziemlich (31,6%) zufrieden gewesen zu sein, einen ziemlich (37,1%) oder mittelmäßig (28,6%) großen Fortschritt ihrer Kinder durch die Therapie beobachtet und sich selbst außerordentlich (56,8%) oder ziemlich (29,7%) am Therapieort entspannt zu haben. Auf Basis der Therapie-Abschlußberichte der Therapeuten und der von den Eltern verfassten Feedback-Berichte wurde mit Hilfe der Inhaltsanalyse nach Mayring ein Kategoriensystem von 18 Kategorien erarbeitet, das jene Bereiche, in denen Fortschritte beobachtet wurden, im Detail wiedergibt. Dabei zeigt sich, dass in der untersuchten Gesamtstichprobe, insbesondere in den Kategorien „Grobmotorik“, „Soziale Kompetenzen“, „Psychisches Wohlbefinden/Entspannung“, „Feinmotorik“ und „Expressivität“ – positive Veränderungen genannt wurden. Die Gesamtstichprobe teilt sich gemäß der Störungsbilder in 6 Subpopulationen, die als Diagnosegruppen „Autismus“, „Down-Syndrom“, „Entwicklungsstörungen“, „Cerebralparese“, „Schwerste Behinderungen“ (inklusive Wachkoma) und der Restkategorie „Andere“ beschrieben werden. Das diagnosebezogene Veränderungsprofil (Fig. 8) ermöglicht einen Überblick, wie sich die durch die Intervention erzielten Fortschritte in den einzelnen Diagnosegruppen dokumentieren. Dieser Vergleich wird dadurch ermöglicht, dass die therapeutischen Maßnahmen im Rahmen der Alpha-Therapie in Bezug auf die zu vergleichenden Diagnosegruppen nicht signifikant variieren, das heißt, man kann von einigermaßen einheitlichen Therapiebedingungen sprechen. Das diagnosebezogene Profil zeigt, dass die einzelnen Diagnosegruppen in allen Kategorien sehr unterschiedlich repräsentiert sind. Dies gibt einen Hinweis darauf, dass die Wirkung der Therapie sehr störungsspezifisch ist. In der Gruppe „Autismus“ manifestierten sich die Fortschritte besonders in Bezug auf „Soziale Kompetenzen“ (bei 100% der Teilnehmer), „Aufmerksamkeit“ (bei 92%), „Expressivität“ (bei 71%), „Sinneswahrnehmung“ (bei 71%) und „Feinmotorik“ (bei 71%). Laut ICD-10 ist das Störungsbild des frühkindlichen Autismus von einem geringen Gebrauch sozialer Signale, einem Fehlen von Reaktionen auf Emotionen anderer Menschen und einer geringen Integration sozialer, emotionaler und kommunikativer Verhaltensweisen geprägt. Stattdessen ist dieses Störungsbild durch starre, eingeschränkte, sich wiederholende und stereotype Verhaltensweisen gekennzeichnet. Das Fortschritts-Profil zeigt, dass sich die beobachteten Veränderungen in den Zentren der für diese Störung typischen Defizite ereignen. Dies legt die Interpretation einer gelungenen Passung von Therapie und Klienten nahe. In der Gruppe „Down-Syndrom“ scheint die Intervention besonders im Bereich der „Sprache“ (Fortschritte wurden bei 100% der Teilnehmer beobachtet), der „Aufmerksamkeit“ (100%) und der „Sozialen Kompetenzen“ (100%) Verbesserungen herbeigeführt zu haben. In den Bereichen „Grobmotorik“, „Feinmotorik“, „Sinneswahrnehmung“, „Mathematische Fähigkeiten“ und „Kreativität“ konnten jedoch keine Fortschritte bemerkt werden. Bei dieser Gruppe ist jedoch anzumerken, dass die Stichprobenzahl nur N=3 betragen hat, und daher diese Ergebnisse eine bedingte Aussagekraft haben. Dazu kommt, dass die untersuchten Fälle vor Untersuchung in Bezug auf die Motorik keine Defizite aufwiesen. Ein ganz zentrales Defizit der Kinder mit Down-Syndrom lag in der Konzentrationsfähigkeit in Form von leichter Ablenkbarkeit. Im Gegensatz zur Gruppe „Autismus“, wo eine Steigerung der Aufmerksamkeit meist durch ein „sich den Reizen öffnen“ gekennzeichnet war, bedeutete in der Gruppe „Down-Syndrom“ eine Verbesserung des „sich auf relevante Reize einschränken könnens“ – also genau das Gegenteil – einen Fortschritt. Die Kodierung wurde immer relativ vorgenommen, also es wurde eine Sinneinheit, dann als Verbesserung kodiert, wenn sie entweder aus dem Kontext als solcher ausgewiesen wurde. Gruppe der Teilnehmer mit Entwicklungsstörungen wurden die meisten Fortschritte in Bezug auf „Psychisches Wohlbefinden/Entspannung“ (100%), „Sprache“ (85%), „Feinmotorik“ (71%), „Sinneswahrnehmung“ (71%) und „Ausdauer“ (71%) festgestellt. Hingegen wenig Fortschritt zeigte diese Gruppe in „Allgemeiner Entwicklung“ (28%), „Abbau von Angst“ (28%) und „Mathematische Fähigkeiten“ (14%). Bei den meisten Teilnehmern dieser Gruppe – hier wurden auch die Fälle mit „Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitätssyndrom“ gezählt – lagen Schwierigkeiten der Energieregulation (sowohl motorisch, als auch kognitiv) vor, die sich durch die Therapie verbesserten. Dies wird sowohl durch die hohen Nennungen in den Kategorien „Psychisches Wohlbefinden“, „Sinneswahrnehmung“ (dazu gehört auch das Körperbewusstsein) und „Ausdauer“ dokumentiert. Die Gruppe der Teilnehmer mit Cerebralparese scheint besonders im Bereich der „Grobmotorik“ (90%), „Psychisches Wohlbefinden“ (75%), „Körperlichen Entspannung“ (70%) und der „Feinmotorik“ (60%) zu profitieren, was ein Nachlassen der Spastik repräsentiert (siehe Kodierleitfaden: “Nachlassen der Spastik”= Verbesserung Grobmotorik und mehr Entspannung). Aber nicht nur in Bezug auf die zentrale Symptomatik dieser Behinderung manifestieren sich Verbesserungen, auch in Bezug auf die „Expressivität“ (70%), die „Sozialen Kompetenzen“ (65%) und das „Selbstbewusstsein“ (60%). Die Gruppe der Schwerstbehinderten scheint insbesondere in Bezug auf „Körperliche Entspannung“ (100%), dem „psychischen Wohlbefinden/Entspannung“ (100%), „Soziale Kompetenzen“ (80%) und der „Grobmotorik“ (60%) profitiert zu haben . Der Zuwachs an „Sozialen Kompetenzen“ bezieht sich in dieser Gruppe naturgemäß auf ganz basale Fortschritte und beruht auf Verbesserungen des Blickkontakts, des mimischen oder gestikulären Reagierens auf Ansprache, oder sonstigen sozial bedingten Reaktionen. Die Gruppe „Andere“ (die Restkategorie) zeigte insbesondere in Bezug auf Grob-, und Feinmotorik und „Soziale Kompetenzen“ Fortschritte (alle 100%). Der Grad der „Selbständigkeit“ (bei 83%), des „Selbstvertrauens“ (bei 83%) und der „Sinneswahrnehmung/ Körperwahrnehmung“ (83%), steigerten sich. Die Kategorie „Keine Veränderung/Fortschritt“ wurde in der ganzen Untersuchung überhaupt nur ein Mal genannt. Zusammenfassend kann gesagt werden, dass in Bezug auf die untersuchten Diagnosegruppen eine sehr störungsspezifische Wirkung der Therapie nachgewiesen werden konnte. Die Daten legen den Schluss nahe, dass die Intervention gut an die Defizit- und Ressourcenstruktur der jeweiligen Störung anschließt und die Teilnehmer im Sinne der Zone der nächsten Entwicklung fördert. Es wurden aber auch Fortschritte in Bereichen erreicht, die nicht direkt mit der Behinderung in Zusammenhang stehen, sich aber insgesamt auf die Entwicklung des Behandelten positiv auswirkten. Ein Beispiel dafür ist die Diagnosegruppe „Cerebralparese“ – eine Gruppe mit motorischer Behinderung. Die Fortschritte im Kerndefizit dieser Gruppe wurden über den Umweg des verbesserten „Selbstvertrauens“ erzielt (in den Berichten zum Beispiel mit „er traut sich jetzt mehr zu“ protokolliert).

Conclusio

Das Ergebnis dieser Studie belegt die vielschichtige Wirkung der Alpha-Therapie für zahlreiche Störungsbilder. Je nach Diagnose konnten Fortschritte in Bezug auf die körperliche und psychische Entspannungsfähigkeit, Motorik, Aufmerksamkeit, Ausdrucksfähigkeit, Selbstständigkeit und Sozialen Kompetenzen belegt werden. Dabei bezeichnete der überwiegende Teil der Eltern (54,2%), den Therapieerfolg ihrer behandelten Kinder als “außerordentlich” oder “ziemlich”, 28,6% berichteten von einem mittelmäßigen Gesamterfolg, lediglich 11,4 von “kaum”, bzw. 5,7% ” von gar keinem Erfolg. Was die Zufriedenheit der Teilnehmer an der Therapie betrifft, gaben 89,5% der teilnehmenden Familien an “außerordentlich” oder “ziemlich” zufrieden mit der Alpha- Therapie gewesen zu sein. Die Alpha-Therapie entfaltet je nach Störungsbild ganz unterschiedliche Wirkungen, die sehr gut an die jeweilige Defizit- und Ressourcenstruktur anschließt und zu einer allgemeinen Harmonisierung beiträgt. All den vorgestellten Studien zufolge steigern Delphin-Interaktionen die Aufnahmebereitschaft des menschlichen Gehirns für Informationen, bei gleichzeitiger Beruhigung und Harmonisierung. Es werden in vielen Fällen positive Emotionen ausgelöst und Ängste reduziert. Die Kontaktbereitschaft, sozialen Kompetenzen und Konzentrationsfähigkeit von Menschen mit Wahrnehmungsstörungen wird durch den Delphinkontakt verbessert.

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